Saisonabschluss bei Weltenburger

Kloster Weltenburg

Es ist Off-Season Zeit – die Blätter fallen, der Wind pfeift, die Tage werden kürzer. Kein Grund zur Panik, schließlich stand für das Weltenburger Team CIS Amberg der jährliche Saisonrückblick und Ausblick auf das nächste Jahr an. Diesmal auf dem Programm: Tagsüber Brauereiführung beim Hauptsponsor Weltenburger direkt im Kloster Weltenburg mit Schiffstransfer ab Kelheim hin und zurück und abends Regensburg unsicher machen. Ganz klar, irgendwann hat mal davon gehört, dass da nachts was los sein soll, während in der Heimat bereits die Gehsteige nach oben geklappt sind.
Eine penible Vorbereitung der Anreise sorgte für komplikationsloses Eintreffen an der Lände in Kelheim. Weder die Dauerbaustelle auf der A93 noch nicht funktionierende Navigationssysteme konnten die Pünktlichkeit aller Teilnehmer ausbremsen. Lediglich im eingesetzten Taxi-Diesel vermisste der Herr Vizepräsident die „Böhsen-Onkelz“ in der Musikauswahl. Das ist die einzige Band, der „nördlich des Pfaffensteiner Tunnels“ ein ganzes Festival gewidmet wird. Das führte in den vergangenen Jahrzehnten leider dazu, dass alles was in den letzten Jahrzehnten wirklich hip war, leider nur „südlich des Pfaffensteiner Tunnels“ bekannt ist und daher leider nur Außendienstler aus der Nordoberpfalz kennen. Wer sich manchmal fragt, warum es im Bezirk ein Süd- / Nordgefälle gibt, findet hier eine Antwort.
Davon unbeeindruckt ging es auf dem Binnendampfer durch den bizarren Donaudurchbruch gen Weltenburg. Die Donau zeigte ruhiges Fließgewässer, so dass niemand seekrank wurde. Dort angekommen, absolvierten wir eine Brauereiführung. Es ist tatsächlich so, dass hier seit dem Jahr 1050 bis heute Bier gebraut wird. Jedenfalls war es interessant, mal im Detail zu sehen, wie so ein Brauvorgang aussieht. Es wurde auch erklärt, warum man auf Weltenburger nahezu kein Kopfweh bekommt. Bitte beachten Sie diese Tatsache beim nächsten Biereinkauf.
Der anschließende Nachmittag im Klosterstüberl bot reichlich Gelegenheit, die letzte Saison rückblickend zu betrachten, sich über 2018 Gedanken zu machen und neue Ideen zu diskutieren. Um den Spannungsbogen hochzuhalten, veröffentlichen wir hier keine Details, aber 2018 wird sicher eine spannende Geschichte. Mit dem letzten Schiff ging es gegen 18.30 zurück nach Kelheim. Angekommen in Regensburg galt es erst mal das lokale „Hans im Glück“ zu finden. Der Vorfreude wich schnell die Ernüchterung: Zwar hatte die Vorstandschaft für 16 Leute reserviert (telefonisch und per mail, doppelt genäht hält besser), das angetroffene Personal wusste aber von: NIX.
So standen wir wie die letzten Provinzdeppen erst mal auf der Straße, das Wetter rundete in Form von Nieselregen die Situation passend ab. In einer Stadt, in der zwei Frischverliebte einen Platz für zwei Personen am Samstagabend teilweise 14 Tage vorher reservieren müssen und Gefahr laufen, dann gar nicht mehr verliebt zu sein, ist es eine tolle Herausforderung, spontan etwas für 16 Leute zu finden. Glücklicherweise hatte ich rechtzeitig vorgesorgt (gehört zu meinem Beruf) und eine lokale Triathletin eingeladen, abends mit auf die Piste zu gehen. Das zahlte sich von Anfang an aus, denn wie durch ein Wunder kamen wir nach 30 Minuten Dauertelefonie (immer noch im Nieselregen) in einer Burger Bar in Uninähe unter.
Somit war der Abend gerettet, denn der Schweinebraten vom Mittagessen (Danke hier noch mal an Thomas für das Sponsoring incl. Schifffahrt) war inzwischen restlos verheizt. Ausreichend Kalorien für den weiteren Abend gebunkert, ging es danach wieder zurück in die Stadt, in eine Cocktailbar, (leider ist mir der Name entfallen…, lag nicht am Alkohol, musste als Fahrer nüchtern bleiben, evtl. Nebenwirkungen von dem ganzen Espresso). Was mir am Weggehen der Neuzeit einfach besser gefällt wie früher: Endlich sind diese depperten Schicki-Micki Kontrollen früherer Jahrzehnte längst Geschichte, als die größten Vollleuchten überall reinkamen, nur weil sie vorher den Weg in so nen bescheuerten Szeneklamottenladen gefunden haben.
Jedenfalls erreichte der Abend neue Höhepunkte selbst mit Leuten die ich inzwischen fast 25(!) Jahre kenne. Gegen 1:30 Uhr AM erhielten wir in der Bar (wie genau, ich weiß nimmer…) Freikarten für die Disse beim Parkhaus am Petersweg. Sparsame Nordoberpfälzer nutzen das natürlich hemmungslos aus. Vor allem weil die Fahrzeuge für die Heimreise direkt darüber parken. Wenn das die Amberger Innenstadtparkhaustiefgaragenplanungsfetischisten wüßten. Oben Parkhaus, unten Katakombe und keine Provinzdisse. Ok, einen kleinen Nachteil hat die Neuzeit dann doch: Da unten hätte man im Prinzip alles auflegen können, was Krawall macht. In früheren Zeiten war das Publikum da noch etwas differenzierter. Aber ich will nicht meckern, in der Summe aller Teile war der Bunker, vom engen Dancefloor mal abgesehen, gar net schlecht.
Gegen 3 Uhr gingen dann doch langsam – bei uns – die Lichter aus. Schließlich waren wir schon seit nahezu 18 (!) Stunden unterwegs. Zeit für die Heimreise, alle noch heimbringen. Der Vizepräsident verlangt als Radioprogramm Bayern 1. Es laufen Discoklassiker aus den späten 70ern. Immerhin. Das passt zur Reise durch Landschaften, wo der ältere Bevölkerungsanteil inzwischen überwiegt und wir als Verein auch unseren Teil dazu beitragen wollen, dass das Jungvolk in der Region bleibt. Nach Regensburg ist es im Prinzip ja nicht weit und hohe Mietpreise kann man sich dann sparen. Selbst wenn am Rückweg die Ausfahrt Wernberg zu allem Überfluss gesperrt ist und der Umweg dann fast noch über Weiden führt. Der Tag, respektive die Nacht endete schließlich gegen 4:30 Uhr am Morgen. A weng rumschludern gehört zur off-season Zeit. Ernster wird’s ab November von selbst. Schließlich wollen wir auch 2018 am Ende wieder feiern…. Und das ganze bis minimum 2050 wiederholen. Schließlich gibt’s dann Weltenburger Klosterbier seit 1000 Jahren.
gez. Na ihr wisst schon wer….