Sprintdistanz EM 2017 in Düsseldorf

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Fast zwei Jahrzehnte war sie eine nationale Größe auf der Triathlon Langdistanz. Dann kam vor einigen Jahren der Wandel für Gabi Keck – weg von den langen Strecken, hin zu kürzeren, aber dafür deutlich härteren Distanzen. Mit Rang sechs auf der Triathlon Europameisterschaft über die Sprintdistanz in Düsseldorf hat sich der Umstieg jetzt ausgezahlt.

 

Weniger Training, dafür deutlich intensiver, das klingt erst mal reizvoll und nach Zeitersparnis. Allerdings ist es für Athleten, die sich über viele Jahre auf lange Strecken spezialisiert haben, keine leichte Aufgabe. Trainingsreize im Bereich Schnelligkeit, das gelingt am besten im Jugendalter, je älter man ist, umso herausfordernder das Ganze und es gelingt nur, wenn man ausreichend Motivation mitbringt.

Letzteres war für Keck kein Problem, seit 2014 startet sie als wichtige Stütze auf den intensiven Rennen im Team der Regionalligadamen mit deutlich jüngeren Athletinnen des Weltenburger Teams CIS Amberg und der Verein selbst hat in den letzten Jahren seine Schwerpunkte in Richtung Liga- und Teamwettkämpfe im Triathlon verschoben.

Saisonhöhepunkt war nun der Start am letzten Sonntag auf der Europameisterschaft über die Sprintdistanz in Düsseldorf. Vorab von der Deutschen Triathlon Union für die Teilnahme nominiert, stand am Freitag erst die Nationenparade und am Samstag die Besichtigung der Wettkampfstrecken auf dem Programm. 750 Meter Schwimmen im Rheinhafen (da hätte sich vor 40 Jahren wohl noch niemand reingetraut), danach erst mal eine längere Laufstrecke über 35 Stufen hoch zur Wechselzone, Radfahren über knapp 21 Kilometer mit einem verwinkelten Kurs durch die City, zum Schluss die bei Sprints übliche 5 Kilometer Laufstrecke. Nachdem bei diesem Wettkampfformat schon eine Sekunde Zeitverlust über Sieg- und Niederlage entscheiden kann, ist vorab ein genaues Briefing des Wettkampfareals Pflicht.

Das zahlte sich beim Wettkampf am Sonntag aus, Keck kam als Dritte aus dem Wasser, verlor beim Wechsel auf das Rad eine Position und ging ihre Paradedisziplin durch den einsetzenden Regen behutsam an. Die durch die Nässe teilweise sehr glatt gewordene Strecke verlangte höchste Konzentration und es blieb die Qual der Wahl: Entweder alles riskieren oder vor allem vor den Kurven das Tempo anpassen. Ein Sturz hätte jedoch, selbst wenn er glimpflich abgelaufen wäre, einen unwiederbringlichen Zeitverlust bedeutet. Also lieber noch zwei Konkurrentinnen ziehen lassen, als alles auf eine Karte zu setzen.

Beim Wechsel in die Laufschuhe nun auf Rang sechs liegend, gelang es, diesen Platz bis ins Ziel zu halten und Gabi Keck finishte in einer Zeit von 01:19:29 h als viertbeste Deutsche in einem Feld von 36 angetretenen Athletinnen in der Altersklasse W45. Der Rückstand auf den dritten Podiumsplatz betrug dabei lediglich 2:26 Minuten. Motiviert durch das tolle Ergebnis stehen nun noch Einsätze in der Regionalliga und als nächster Höhepunkt die deutschen Meisterschaften in Köln am 02. September an.